Daniel 2, 31-44

Ein Bild auf Luzifers Weg der Entmachtung

Die Bibel liefert uns ein sehr gutes Abbild für den fest beschlossenen Weg von Satans Entmachtung. Das Traumbild Nebukadnezars über die metallene Statue liefert uns ein Abbild auf den gefallenen Erzengel Luzifer und seiner schrittweisen Entmachtung bishin zum Endgericht.

Die Statue weist in seinen Körperteilen verschieden Metalle auf und beschreibt verschiedene Weltreiche und ihre ausgeübten Machteigenschaften, welche wir mit den Eigenschaften Satans gleichsetzen können. Dabei fällt auf, dass jedes Reich durch ein anderes Reich abgelöst wird. Ihre Eigenschaften leben zwar noch in gemäßigter Form weiter, aber die Reiche selbst sind zerfallen und entmachtet.

Parallel dazu beschreibt die Statue auch Ereignisse, welche zum Gericht führen werden. Insbesondere in der Schlussbeschreibung der Statue, wo das letzte Weltreich eine unhaltbare Verbindung haben wird und durch einen Stein zerstört wird.

Interessanterweise beginnt das Haupt aus Gold als stärkstes Weltreich, also somit in noch voller Pracht. Und es endet mit den Füssen aus Eisen und Ton, der unhaltbaren Verbindung, welche am Ende zerstört werden wird. Und sind die Füße zerstört, bricht die Statue endgültig in sich zusammen.

Doch wir wollen uns das Traumbild genauer ansehen und auslegen.

Daniel 2, 31-44

Du, König, schautest: Und siehe, ein großes Bild! Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar. Dieses Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton.

Du schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und, das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.

Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem König ansagen:

Du, König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold.

Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du, und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, dass über die ganze Erde herrschen wird. Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb, weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern.

Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: Das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast.

Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: Zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: Sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt.

Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen: Wie du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte.

Das babylonische Reich (Das Haupt aus Gold)

Vers 38:

»Du, König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels die Königsherrschaft, die Macht und die Stärke und die Ehre gegeben hat und überall, wo Menschenkinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold.«

Nebukadnezar war der Herrscher über das babylonische Reich und er war das Haupt aus Gold. Dessen Regentschaft ging von 606 bis 539 v. Chr. Ihm wird der Löwe mit Adlerflügeln aus Daniel 7 zugeordnet, dessen Bedeutung ist Herrschgier und Majestät.

Das medopersische Reich (Brust und Arme aus Silber)

Vers 39

»Und nach dir wird ein anderes Königreich erstehen, geringer als du..«

Gemeint ist das medopersische Reich unter Darius von 539 bis 331 v. Chr. Ihm wird der Bär mit den drei Rippen im Maul aus Daniel 7 zugeordnet, dessen Bedeutung ist Zähigkeit und Machthunger.

Das griechische und die Diadochenreiche
(Bauch und Lenden aus Bronze)

Vers 39

».. und ein anderes, drittes Königreich, aus Bronze, dass über die ganze Erde herrschen wird.«

Gemeint ist das griechische Reich und die Diadochen – Nachfolgereiche unter Alexander d. Großen von 331 bis 168 v. Chr. Ihm wird der Panther mit den vier Flügeln und den vier Köpfen aus Daniel 7 zugeordnet, dessen Bedeutung ist Schnelligkeit.

Das römische Imperium (Schenkel aus Eisen)

Vers 40

»Und ein viertes Königreich wird stark sein wie Eisen, deshalb, weil das Eisen alles zermalmt und zerschmettert; wie das Eisen, das alles zertrümmert, wird es all jene zermalmen und zertrümmern.«

Gemeint ist das römische Imperium unter den Cäsaren von 168 v. Chr. bis 476 n. Chr. Ihm wird die Bestie mit den 10 Hörnern aus Daniel 7 zugeordnet und stellt den Antichristen dar.

Zeitgeschichte nach dem römischen Imperium ab 476 n. Chr.

Verse 41-42

»Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast: Das wird ein geteiltes Königreich sein; aber von der Festigkeit des Eisens wird etwas in ihm sein, weil du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast.«

Gemeint ist die Zeitgeschichte nach 476 n. Chr. bis heute, darin enthalten, ist die Kolonialisierung, Teilungen von Völkern, Ost-West-Konflikt und die heutige teilweise Wiedererstehung des Römischen Reiches in Europa.

Heutiges Europa und Israels Staatsgründung

Vers 43

»Und die Zehen der Füße, teils aus Eisen und teils aus Ton: Zum Teil wird das Königreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich sein. Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: Sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen lässt.«

Das Ende von Israels Exils (erfüllt durch die Staatsgründung 1948) und der Versuch das Römische Reich wiedererstehen zu lassen (das heutige Europa). Ist auch ein Hinweis auf die völkische Vermischung (vgl. Asylpolitik Europas), sie soll zwar den Nationalismus zerstören, aber es wird dennoch nicht zu einer inneren Einheit des Römischen Reiches kommen.

Das Ende der Weltreiche

Verse 44-45

»Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen: Wie du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte.«

Nimmt Bezug auf das Ende der weltlichen Reiche und die Aufrichtung des himmlischen Königreiches. Der Stein aus dem Berg steht für das Messiasreich, welches seine Herrschaft einnimmt und alle weltlichen Reiche aufhören lässt.

Zusammenfassung des Traumes

Zuordnung der Tiere

Die Zuordnung der Tiere kommt aus Daniels Vision, die in Daniel 7 berichtet wird. Nachfolgend eine chronologische Aufstellung, woraus sich dann die Zuordnungen zum Traum von Nebukadnezar ergeben.

Der König von Syrien

Daniel 11, 31
»Und Streitkräfte von ihm werden dastehen; und sie werden das Heiligtum, die Bergfeste entweihen und werden das regelmäßige Opfer abschaffen und den verwüstenden Gräuel aufstellen.«

Antiochus war König von Syrien und gehörte zu einem der Diadochenreiche aus dem griechischen Reich. Er wollte das Judentum mit seinen mosaischen Gesetzen ausrotten und setzte diese gewaltsam außer Kraft.

Er griff Jerusalem am Sabbat an, nahm Sklaven und plünderte die Stadt und versuchte die Juden zu hellenisieren (Anbetung des Zeus). Er verbot jede Ausübung der jüdischen religiösen Praktiken und befahl alle Abschriften des Gesetzes zu verbrennen.

Dann ließ er das Gräuelbild der Verwüstung aufstellen (16.12.167 v. Chr.), indem er außerhalb des Tempels einen Altar für Zeus aufstellen lies und darauf ein Schwein opferte.

Das erinnert an den Gräuel der Verwüstung durch den Antichristen.
(Vgl. Matth. 24, 15 | Markus 13, 14)

Auch andere Herrscher wie Nimrod und seine Frau, auf die der Götzenkult zurückgeht, zeigen auf, welche Kräfte und Eigenschaften sich darin ausgelebt haben. Und so können wir sehen, dass diese Eigenschaften sich bis in unsere Zeit abfärben und noch immer Raum finden.

Die Tatsache, dass wir heute im Traumbild bei den Füßen angekommen sind, weiß auch der Satan und er kämpft verbissen um sein Überleben. Am Ende der Tage hat Gott jedoch die Zeit verkürzt, da sonst kein Fleisch überleben würde.

Matthäus 24,22
Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.

In die Enge getrieben, wird der Satan alles aufbieten, was er nur kann. Die ganze Palette seiner Verführungs- und Lügenkünste wird auf uns niedergehen, mit nur einem Ziel. Christen und Juden möglichst auszurotten und selbst den Thron Gottes zu besteigen.

So erklärt sich uns auch sein Aufgebot am Ende der Tage mit einem falschen Evangelium, seinem falschen Sohn und nicht zuletzt das Aufstellen des Gräuels im Tempel. Doch dies wird der Zeitpunkt sein, wo Gott Luzifers Reich und seine Kraft endgültig nehmen und richten wird.

Das Standbild aus Nebukadnezars Traum ist also ein Abbild auf Satans Entmachtung. Nebukadnezar selbst wurde noch zu Lebzeiten selbst von Gott für sieben Jahre entmachtet. Nebukadnezar verfiel dem Wahn und fraß sieben Jahre lang Gras.

Daniel 4,30
Zu derselben Stunde wurde das Wort an Nebukadnezar erfüllt: Er wurde von den Menschen ausgestoßen und aß Gras wie die Rinder, und sein Leib wurde benetzt vom Tau des Himmels, bis sein Haar wie Adlerfedern wuchs und seine Nägel wie Vogelkrallen.

Nebukadnezar erkannte nach Ablauf der sieben Jahre seinen Irrtum und wurde wieder in sein Königreich eingesetzt und er gab Gott die Ehre.

Daniel 4,31-34
Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den ewig Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Generation zu Generation währt.

Und alle Bewohner der Erde sind wie nichts gerechnet, und nach seinem Willen verfährt er mit dem Heer des Himmels und den Bewohnern der Erde. Und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?

Zu derselben Zeit kehrte mein Verstand zu mir zurück, und zur Ehre meines Königtums kehrten meine Herrlichkeit und mein Glanz zu mir zurück. Und meine Staatsräte und meine Gewaltigen suchten mich auf, und ich wurde wieder in mein Königtum eingesetzt, und außergewöhnliche Größe wurde mir hinzugefügt.

Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen.

Sein Sohn Belsazar allerdings hatte sich diese tiefe Demütigung seines Vaters durch Gott nicht zu Herzen genommen. Gott hatte an Nebukadnezar große Gnade erwiesen, die auch Belsazar miterlebt haben musste.

Während eines Festes schrieben Gottes Finger die Gerichtsworte direkt an seine Wand.

Daniel 5,2-30
Und dies ist die Schrift, die geschrieben wurde: Mene, mene, tekel upharsin. Dies ist die Deutung des Wortes: Mene – Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende. Tekel – du bist auf der Waage gewogen und zu leicht befunden worden. Peres – dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben. Daraufhin gab Belsazar Befehl, und man bekleidete Daniel mit Purpur, dazu mit einer goldenen Kette um seinen Hals; und man rief über ihn aus, dass er der Drittmächtigste im Königreich sei. In derselben Nacht wurde Belsazar, der chaldäische König, getötet.

Nachdem Daniel ihm diese Worte gedeutet hatte, wurde er noch in derselben Nacht getötet und sein Reich zerfiel. Uns wird sehr deutlich gezeigt, dass Gott über alles das letzte Wort hat. Gott hat die Kontrolle, und obwohl es viele grausame Herrscher gab, so durften sie dennoch nicht alles tun. Gott hat ihnen Grenzen und Wirkungszeiten gesetzt.