Offenbarung 8

In Kap. 8 eröffnet das 7 Siegel dann die 7 Posaunengerichte, wobei die ersten vier Posaunengerichte in die ersten 3,5 Jahre fallen. Die Posaunengerichte sind in dem siebten Siegelgericht verborgen  und die Schalengerichte sind in dem siebten Posaunengericht verborgen. Sie sind damit keine Wiederholungen oder Ergänzungen der Siegelgerichte, sondern sie sind Teil der gesamten Vorschau aus Kapitel 6 der Offenbarung. Es findet also eine Siebenerabfolge aller Gerichte statt, welche jedoch nicht chronologisch sind.

Verse 1-6

Und als es das siebente Siegel öffnete, entstand ein Schweigen im Himmel, etwa eine halbe Stunde. 2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. 3 Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, und er hatte ein goldenes Räucherfass; und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist. 4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott. 5 Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es von dem Feuer des Altars und warf es auf die Erde; und es geschahen Donner und Stimmen und Blitze und ein Erdbeben. 6 Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, um zu posaunen.

Nun verändert sich die Szenerie, es werden nun 7 Posaunen an 7 Engel ausgegeben, während es ein längerer Zeit der Stille gab. Ein weiterer Engel mit einem Räucherfass kommt dazu und stellt sich an den Altar und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die die Gebet der Heiligen auf den Altar gebe. Ein starkes Symbol für den Brauch Räucherwerk in der Stiftshütte und im Tempel darzubringen. Der dabei aufsteigende Rauch symbolisiert die Gebete der Heiligen.

Diese wurden nun auf die Erde geworfen und erzeugten sofort Donner, Blitze, Stimmen und Erdbeben. Die sieben Engel machten sich daraufhin bereit zu posaunen.

Die ersten vier Posaunen

7 Und der erste posaunte: und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.

Die erste Posaune bewirkt, dass Hagel und Feuer auf die Erde geworfen wird. Die Folge davon ist, dass ein dritter Teil der Erde mit seiner Vegetation verbrennt. Das Blut ist dabei das Zeichen des Gerichts, ähnlich wie bei den Plage über Ägypten.

8 Und der zweite Engel posaunte: Und etwas wie ein großer feuerflammender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut. 9 Und es starb der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört.

Die zweite Posaune bewirkt, dass ein großer feuerflammender Berg ins Meer fällt. Das dürfte dann wohl eher ein Meteorit oder ähnliches sein, der direkt aus dem All ins Meer fällt. Die Folge ist der Verlust eines Drittels aller Schiffe und Lebewesen im Meer. Auch hier wird die Färbung des Meeres ins Blutrote als Gerichtszeichen erwähnt.

10 Und der dritte Engel posaunte: Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen. 11 Und der Name des Sternes heißt „Wermut“; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele der Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren.

Die dritte Posaune bewirkt, dass ein großer Stern vom Himmel auf den dritten Teil der Wasserströme und Quellen fällt. Hier sind also nicht die Meere und Ozeane gemeint, sondern die Süßwasserreserven der Erde. Diesmal ist nicht von einem Berg die Rede, sondern von einem Stern, welcher Wermut heißt. Auch diesen Stern können wir als einen Meteoriten ansehen, welcher dann aber ein anderes Gericht ausführt als der Berg in der zweiten Posaune. Die Folge davon ist das Bitterwerden des dritten Teils des Süßwassers auf der Erde, woran dann viele Menschen sterben werden.

12 Und der vierte Engel posaunte: Und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so dass der dritte Teil von ihnen verfinstert wurde und der Tag seinen dritten Teil kein Licht hatte und ebenso die Nacht. 13 Und ich sah: Und ich hörte einen Adler hoch oben am Himmel fliegen und mit lauter Stimme sagen: Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Stimmen der Posaune der drei Engel, die posaunen werden!

Die vierte Posaune bewirkt nun die Zerstörung eines Drittels der Himmelskörper und der Sonne und des Mondes. In deren Folge wird der dritte Teil des Lichtes am Tag und in der Nacht ausbleiben. Des weiteren werden die kommende drei Posaunengerichte angekündigt, welche offenbar noch heftiger werden. Denn es wird gesagt; wehe denen die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Posaunen.

Diese Strafgerichte Gottes in den ersten 3,5 Jahren sind in ihrer Auswirkung bereits so heftig, dass wir uns dies kaum vorstellen mögen. Markantes Zeichen ist hier noch eine Art von Zurückhaltung, da bis dato nur jeweils ein Drittel der Erde und des Himmels gerichtet wird.

So wirken in dieser Zeit ja auch noch die beiden Zeugen und Israel wird einen falschen Vertrag mit dem AC machen, weil es sich Schutz erhofft. Als Vollendung der Mäßigung der Gerichte ist dann der Gräuel der Verwüstung durch den AC anzusehen.

Die zwei Zeugen haben eine Wirkungszeit von exakt 3,5 Jahren, wonach sie dann vom AC überwunden werden. Der AC bekommt daraufhin seine volle Wirkungsmacht für ebenfalls 3,5 Jahre zugestanden. Das wird dann auch die Zeitspanne sein, wo Gottes Gerichte ihre Mäßigung endgültig verlieren werden. Die Gerichte laufen dann darauf hinaus, das am Ende der Tage wenn Jesus wiederkommt, kein einziger nicht glaubender Mensch überleben wird.

Nur die dann noch lebenden gläubigen Christen und der Überrest Israels (144.000) werden dann überleben und mit ins Friedensreich hineingehen. Die Märtyrer dieser Zeit werden auferweckt und ebenfalls mit in das Friedensreich eingehen. (Off. 20,4)

Daniel 9, 27 (Gräuel der Verwüstung)

Vers 27

Und stark machen wird er einen Bund für die Vielen, eine Woche lang; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und auf dem Flügel von Gräueln kommt ein Verwüster, bis fest beschlossene Vernichtung über den Verwüster ausgegossen wird.

Und stark machen wird er einen Bund für die Vielen, eine Woche lang

Er ist der zukünftige römische Machthaber, der Antichrist

Die Vielen sind das Volk Israel

und zur Hälfte der Woche

Nach 3,5 Jahren (Vgl. Dan. 12, 7 / Offb. 12, 14 / Offb. 11, 2-3)

42 Monate = 1.260 Tage (Offb. 11, 2-3)
= Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit =  ½ Jahrwoche (Offb. 12, 14)
= Große Drangsal (Mt. 24, 20-24 / Jer. 30, 7 / Dan. 12, 1)

Wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen

Der Antichrist wird sich selbst anbeten lassen (Sein eigenes Bild = Gräuel der Verwüstung im Tempel aufrichten lassen)

Der geordnete Tempeldienst wird aufhören

(Vgl. Mt. 24, 15 / 2. Thess. 2, 3 / Dan. 12, 11 / Offb. 13, 8-15)

Und auf dem Flügel von Gräueln kommt ein Verwüster, bis fest beschlossene Vernichtung über den Verwüster ausgegossen wird.

Aufgrund des Götzendienstes, der anstelle des Opferdienstes tritt. (Vgl. Mt. 12, 43-45)

Der König von Syrien

Daniel 11, 31
Und Streitkräfte von ihm werden dastehen; und sie werden das Heiligtum, die Bergfeste entweihen und werden das regelmäßige Opfer abschaffen und den verwüstenden Gräuel aufstellen.

Antiochus war König von Syrien und gehörte zu einem der Diadochenreiche aus dem griechischen Reich. Er wollte das Judentum mit seinen mosaischen Gesetzen ausrotten und setzte diese gewaltsam außer Kraft.

Er griff Jerusalem am Sabbat an, nahm Sklaven und plünderte die Stadt und versuchte die Juden zu hellenisieren (Anbetung des Zeus). Er verbot jede Ausübung der jüdischen religiösen Praktiken und befahl alle Abschriften des Gesetzes zu verbrennen.

Dann ließ er das Gräuelbild der Verwüstung aufstellen (16.12.167 v.Chr.), indem er außerhalb des Tempels  einen Altar für Zeus aufstellen lies und darauf ein Schwein opferte.

Das erinnert an den Gräuel der Verwüstung durch den Antichristen. (Vgl. Matth. 24, 15 | Markus 13, 14)