Offenbarung 14

Das Lamm und die Seinen

Und ich sah: Und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144 000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen.

Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144 000, die von der Erde erkauft waren. Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden.

Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.

Johannes sieht nun Jesus zusammen mit den 144.000 auf dem Berg Zion stehen. Hier handelt es sich um die bereits erwähnten 144.000 Auserwählten aus den Stämmen Israels. Johannes bekommt hier nochmal das Zeugnis über deren Reinheit und Untadeligkeit. Und sie stehen wie ein himmlischer Chor vor den Thron Gottes und singen ein Lied welches nur sie beherrschen.

Hier wird der Triumph und die Bewahrung der 144.000 nochmal deutlich gemacht. Die Bezeichnung als Erstlingsfrucht, steht damit auch in Verbindung zu Jesu zweiten Kommen, wenn sich der Rest Israels zu ihm bekehren wird. (Sach. 12,10 / Röm. 11,15) Der Begriff untadelig wurde damals auch für Opfertiere benutzt und das kein Falsch in ihren Mund gefunden wurde, obwohl sie in einer Zeit der Lügen lebten.

Ankündigung des Gerichts

Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk; und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!

Und ein anderer, zweiter Engel folgte und sprach: Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat.

Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren. Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach.

Johannes sieht nun einen Engel der das ewige Evangelium hatte um es den Menschen zu verkünden. Viele Ausleger sind der Ansicht, es handelt sich hierbei um die Heilsbotschaft, allerdings bringt er Botschaft des Gerichtes Gottes. Das ewige Evangelium bezieht sich hier offenbar mehr auf die Gerechtigkeit Gottes.

Ein zweiter Engel verkündigt nun den Fall Babylons und ist hier eine kurze Darstellung die später in Kapitel 18 ausführlicher angesprochen wird.

Ein dritter Engel spricht nun eine Warnung aus. Wer das Tier und sein Bild anbetet und dessen Malzeichen annimmt, wird den Zorn Gottes erleben. Es folgt weiter eine recht deutliche Beschreibung der zu erwartenden Qualen. Das Tier und sein Bild stehen hier symbolisch für den Antichristen, den letzten Weltherrscher. Das Malzeichen auf der Hand oder an der Stirn, wird ein Zeichen sein, welches eine Voraussetzung ist, um am normalen täglichen Leben teilhaben zu können, da man ohne dem nicht mehr kaufen oder verkaufen kann. Hierzu gibt es bereits sehr viele Spekulationen was das Zeichen sein wird. Von tätowierten Barcodes bis zu den RFID-Chip. Ich persönlich denke, man wird eine Chipvariante einsetzen, welches dieses Kriterium erfüllen wird.

Die Heiligen, also gläubigen Christen, sind nun aufgefordert im Glauben geduldig auszuharren und die Dinge abzuwarten und auszuhalten. Wer von nun an, aufgrund von Verfolgung etc. im Herrn stirbt, wird glückselig genannt. Denn sie werden Ruhen und ihre Werke werden ihnen nachfolgen, im Sinne von Belohnung vom Herrn.

Ernte und Weinlese

Und ich sah: Und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer gleich einem Menschensohn, der auf seinem Haupt einen goldenen Siegeskranz und in seiner Hand eine scharfe Sichel hatte. Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel hervor und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schicke deine Sichel und ernte! Denn die Stunde des Erntens ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist überreif geworden.

Und der auf der Wolke saß, warf seine Sichel auf die Erde, und die Erde wurde abgeerntet. Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel im Himmel hervor, und auch er hatte eine scharfe Sichel.

Und ein anderer Engel, der Macht über das Feuer hatte, kam aus dem Altar hervor, und er rief dem, der die scharfe Sichel hatte, mit lauter Stimme zu und sprach: Schicke deine scharfe Sichel und lies die Trauben des Weinstocks der Erde! Denn seine Beeren sind reif geworden. Und der Engel warf seine Sichel auf die Erde und las den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Grimmes Gottes. Und die Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten, und Blut ging aus der Kelter hervor bis an die Zügel der Pferde, 1.600 Stadien weit.

Johannes sieht nun eine weiße Wolke auf dieser sitzt ein Menschensohn mit einem Siegeskranz. Diese Beschreibung passt nicht zu einem Engel, sondern meint sehr wahrscheinlich Jesus selbst. Nur Jesus wurde in den Evangelien stets als Menschensohn betitelt. Zudem hielt er eine scharfe Sichel in der Hand, was ein Zeichen des Gerichtes ist. Ein Engel, ebenfalls mit einer Sichel, trat aus dem Tempel hervor und fordert Jesus nun auf die Sichel, also das Gericht, auszusenden, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist. Dies geschah sogleich, indem Jesus die Sichel auf die Ernte warf.

Hier könnte man jetzt annehmen, dass es sich um die Erntesammlung der Heiligen handelt. Jedoch wird hier von einem überreifen Zustand der Erde gesprochen und meint diesbezüglich wohl eher den überreichen sündigen Zustand der Erde.

Ein weiterer Engel der Macht über das Feuer hatte kommt hervor spricht nun den Engel mit der Sichel an. Er solle die Trauben abernten, welche dann in den Kelter des Zornes Gottes kommen. Der Kelter wurde außerhalb der Stadt getreten und sein Blut reichte den Pferden bis an die Zügel 1.600 Stadien weit.

Hier findet ein Strafgericht statt und wir können annehmen, dass es sich hierbei um die letzte Schlacht in Megiddo handeln könnte. 1.600 Stadien entsprechen etwa 270 km und vor der Stadt könnte auf Jerusalem hindeuten, welches grade mal 128 Km entfernt von Megiddo liegt.

Insgesamt zeigt uns dieses Kapitel einen kurzen Gesamtabriss der Ereignisse, welche aber später noch deutlicher beschrieben werden.