Offenbarung 15

Die sieben Engel mit den sieben Plagen

Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar: Sieben Engel, die sieben Plagen hatten, die letzten; denn in ihnen wurde der Grimm Gottes vollendet. Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und sah die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen, und sie hatten Harfen Gottes.

Johannes beginnt nun auf die Einzelheiten des Gerichtes Gottes einzugehen. Somit kann man dieses Kapitel als Fortsetzung aus Kapitel 14 verstehen. Johannes sieht nun ein Zeichen im Himmel und beschreibt dies als sieben Engel mit den letzten Plagen des Zornes Gottes. Diese sieben Engel dürfen nicht mit den anderen zuvor genannten Engeln verwechselt werden. Dann sah Johannes ein gläsernes Meer mit Feuer vermischt und er sah die Überwinder über das Tier dem Antichristen und sein Bild.

Dieses gläserne Meer ist wahrscheinlich dasselbe wie aus Kapitel 4,6 jedoch wissen wir hierzu keine explizite Bedeutung, diese wird uns nicht offenbart. Das Meer symbolisiert jedoch oft das Völkermeer und wir können annehmen, dass die Überwinder hier im Himmel symbolisch aus dem (gläsernen) Völkermeer kommen. Sie hatten zudem Harfen Gottes, welches wohl eine Art himmlisches Musikinstrument ist.

Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Nationen!

Es handelt sich hierbei wohl um zwei Lieder, wobei das Lied des Moses uns bekannt ist. In 5.Mose 32 wird in dem Lied des Moses Gottes Gerechtigkeit gepriesen und wird nun im Himmel von den Schaaren der Überwinder erneut gesungen. Das Lied des Lammes bezieht sich hier ganz sicher auf das zweite Kommen Jesu in Herrlichkeit.

Wer sollte nicht fürchten, Herr, und verherrlichen deinen Namen? Denn du allein bist heilig; denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Taten offenbar geworden sind.

Hier finden wir einen weiteren Hinweis auf das Lied des Lammes, denn selbst die Nationen werden zu ihm kommen und ihn anbeten. So wird sich die gesamte Welt vor ihm beugen und ihn verherrlichen.

Und nach diesem sah ich: Und der Tempel des Zeltes des Zeugnisses im Himmel wurde geöffnet. Und die sieben Engel, welche die sieben Plagen hatten, kamen aus dem Tempel hervor, bekleidet mit reinem, glänzendem Leinen und um die Brust gegürtet mit goldenen Gürteln. Und eines der vier lebendigen Wesen gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, voll des Grimmes Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und der Tempel wurde mit Rauch gefüllt von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Macht; und niemand konnte in den Tempel eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.

Der Schlussakt besteht nun darin, dass die sieben Engel aus dem Tempel kommen und von einem der vier lebendigen Wesen jeweils eine goldene Schale des Gerichtes Gottes bekommt. Sofort wurde der Tempel mit der Anwesenheit Gottes erfüllt, sodass niemand mehr eintreten konnte, bis diese sieben Gerichte vollendet sein würden.

Der Tempel ist wohl ein reales Gegenstück des irdischen Tempels und auch die Beschreibung der sieben Engel zeigen uns die Macht und Herrlichkeit Gottes auf. Insgesamt zeigt uns Kapitel 15 die Weiterführung aus Kapitel 14 und zeigt auch hier zunächst einen kurzen Gesamtabriss der Endgerichte, wobei der Bezug mehr auf das himmlische Geschehen abzielt. Also das einleitende Element der letzten sieben Zornschalen.