Offenbarung 22

Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen. Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne; denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der nun zuletzt gewährte Einblick ist die Schau auf Gottes Anwesenheit im himmlischen Jerusalem und eine Beschreibung der Umgebung mit verschiedenen Anmerkungen. Als erstes sieht Johannes den Strom des Lebens, der aus dem Thron Gottes hervorgeht. Dann sieht er in der Mitte der Straße und des Stromes den Baum des Lebens.

Hier wird kein Wasserstrom wie im irdischen Sinn beschrieben, sondern meint einen geistlichen Strom des Lebens. Offenbar gibt es im neuen Jerusalem eine Hauptstraße, durch welche dieser Strom fließt. Auch das der Thron Gottes und das Lamm einheitlich genannt sind ist von Bedeutung. In 1. Kor. berichtet uns Paulus, dass Christus das Reich dem Vater übergeben wird. Er hört damit jedoch nicht auf zu herrschen, sondern bleibt der König aller Könige.

Der Baum des Lebens ist hier gleichbedeutend mit dem Baum des Lebens aus dem Garten Eden. Durften Adam und Eva damals nicht von ihm essen, so wurde uns verheißen (Off. 2,7) dass wir von ihm essen werden. Damit hat der Baum des Lebens eine wörtliche wie auch symbolische Bedeutung. Somit sind seine Früchte wohl tatsächlich essbar und geben ewiges Leben. Und das die Blätter des Baumes zur Heilung dienen, scheint zunächst widersprüchlich zu sein, da es keine Krankheit und keinen Tod mehr gibt, aber Heilung kann hier auch mit Gesundheit oder Wohlbefinden übersetzt werden. Daher kann es gut sein, dass diese Blätter zum Wohlbefinden dienen.

Das beweist auch nochmal die Aussage, dass keinerlei Fluch mehr sein wird. Die weitere Aussage, dass die Heiligen ihm dienen und sein Angesicht sehen werden, zeigt nochmal das jede Trennung von Gott aufgehoben ist. Der Thron Gottes mit dem Lamm lässt uns erkennen, dass Gott selbst der zukünftige Tempel ist. Es bedarf keinerlei Licht von Sternen, Mond oder Sonne, sondern allein Gottes Herrlichkeit erfüllt diesen Ort mit Licht. Wir werden alsdann mit Gott und Jesus in Ewigkeit mit ihm herrschen.

Wir können hier nur Vermutungen anstellen, denn in Offenbarung 20 lesen wir, dass die Märtyrer aus der großen Drangsal wieder auferstehen werden, um mit Christus tausend Jahre zu herrschen. Sie werden die ganzen tausend Jahre Zeugen der Drangsal sein und die Bibel offenbart uns nicht, was mit ihnen geschehen wird, wenn der  Satan wieder rausgelassen wird. Wir können aber davon ausgehen, dass sie Zeugen sein werden. Ob sie dann nochmal getötet werden oder ob es Überlebende aus den Nationen geben wird, wird uns nicht gesagt. Der Baum des Lebens gibt jedenfalls seine Früchte zur Heilung der Nationen, was vermuten lässt, dass es Überlebende geben wird. In Offenbarung 21 lesen wir einen weiteren Hinweis, nämlich das die Könige der Erde die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr (das himmlische Jerusalem) bringen. Somit scheint sich der Satz zu erklären, dass die Blätter zur Heilung der Nationen sind.

Schlussermahnungen und Hinweis auf das baldige Kommen Jesu

Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig, und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Engel gesandt, seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Und siehe, ich komme bald. Glückselig, der die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt! Und ich, Johannes, bin der, welcher diese Dinge hörte und sah; und als ich sie hörte und sah, fiel ich nieder, um anzubeten vor den Füßen des Engels, der mir diese Dinge zeigte. Und er spricht zu mir: Siehe zu, tu es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, der Propheten, und derer, welche die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an!

Jetzt bekommt Johannes eine abschließende Mahnung mit auf dem Weg. Zunächst wird betont, dass dies alles Gesagte tatsächlich vom Herrn kommt. Die Absicht dahinter ist uns zu zeigen was bald geschehen wird. Glückselig werden Jene genannt, die diese Worte der Weissagung bewahren. Das unterstreicht nochmal deren Wichtigkeit für uns Christen. Mit dem Wissen was kommt, haben wir zum einen die Möglichkeit das Falsche vom Echten zu Unterscheiden. Und zum anderen haben wir Antworten für die gefallene Welt, die in Angst und Erwartung vor den Dingen lebt.

Schließlich wollte Johannes niederfallen und anbeten, doch der Engel wehrt ihn ab und betont, dass auch er nur ein Mitknecht ist. Ich finde diesen Punkt durchaus markant, da es heute ja viele Menschen gibt die dazu neigen Engel zu verherrlichen. Sie sind aber wie wir Mitknechte im Reich Gottes.

Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches! Denn die Zeit ist nahe. Wer Unrecht tut, tue noch Unrecht, und der Unreine verunreinige sich noch, und der Gerechte übe noch Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich noch! Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist. Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.

Johannes wird nun aufgefordert die Worte des Buches nicht zu versiegeln. Das bedeutet, dass es öffentlich für jeden zugänglich sein soll. Der Hinweis darauf wer noch Unrecht tut, soll es tun und der Gerechte übe Gerechtigkeit verweist uns auf die Zeitspanne die noch dazwischen liegt bis dies alles geschehen wird. Aber er betont auch, dass er ganz sicher kommen wird und seinen Lohn für jeden Menschen mit sich bringt, sei es wiedergeborener Christ oder Sünder.

Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am Baum des Lebens haben und durch die Tore in die Stadt hineingehen! Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut. Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!

Wieder wird darauf Bezug genommen, dass die Kinder Gottes glückselig sein werden und die Sünder keinerlei Anteil daran haben werden. Wieder wird bezeugt, dass Jesus seiner Gemeinde die Engel gesandt hat, um all das zu bezeugen. Und der Geist – der Heilige Geist, und die Braut – die Gemeinde rufen in die Welt das Evangelium und wer es hört soll sich nicht sperren, sondern es annehmen. Wen dürstet- wer auf der Suche ist, der komme und wer da will-wer bereit ist nehme das ewige Leben umsonst in Empfang.

Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buch geschrieben sind; und wenn jemand etwas von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist. Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!

Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!

Eine letzte Mahnung betrifft die Aussagen dieses Buches selbst und den Umgang mit seinem Inhalt. Wer also etwas hinzufügt oder hinwegnimmt, muss mit drakonischen Strafen rechnen. Ihm sollen die Plagen der Offenbarung treffen und sein Anteil am Baum des Lebens wird ihm genommen werden.

Ja das ist schon respekteinflößend und bedarf wohl keiner weiteren Erklärung.

Und nochmals wird bezeugt, der Herr kommt bald. AMEN